Sonne pur rund um das Sustenhorn

Während in Karlsruhe bereits 20° plus gemeldet wurden, versprach die Wetterprognose für die
Zentralschweiz ideale Skihochtourenbedingungen. So brachen wir gewohnt früh am Freitagmorgen in
Richtung Sustenpass auf. Nach kurzweiliger Fahrt kamen wir bereits kurz nach 9 Uhr am Hotel
Steinegletscher an. Das heutige Tagesziel bestand „nur“ in dem Aufstieg zur Tierberglihütte, unser
Stützpunkt für die nächsten beiden Tage, welche auf knapp 2800m am Rande des Gletschers auf
einem Felssporn thront.
Bevor es losgehen konnte, wurde rasch nochmal der ein oder andere Komfortartikel für die Hütte ein
bzw. eher ausgepackt. Schließlich musste neben der üblichen Skitourenausrüstung auch die
vollständige Hochtourenausrüstung mitgetragen werden.
Nach gemütlichem Start erreichten wir schon bald die Schlüsselstelle der Tour oder wohl auch des
gesamten Wochenendes: der Gletscherbruch, welcher in diesem Jahr nur über eine breite Rinne
passierbar war. Hochmotiviert machten sich einige Teilnehmer noch in Spitzkehren an den teilweise
über 40° steilen Hang. Spätestens ab der Hälfte mussten die Skier dann aber doch abgeschnallt
werden und so wurde die schwierige Stelle über gute Trittstufen zu Fuß bewältigt.
Im Anschluss ging es dann stetig über das weite Gletscherfeld in Richtung Tierberglihütte. Dort
angekommen, lockten Kaltgetränke und Liegestühle in der Sonne. Für die Hälfte der Gruppe ging es
dann spontan noch weiter auf den nahegelegenen Vorder Tierberg (3090 m: ein grandioser
Aussichtsberg, der zuletzt zu Fuß über einen recht schmalen Grat erreicht wird.

Nach Suppe, Salat, reichlich Spaghetti und einem leckeren Dessert ging es dann relativ früh ins gut
gefüllte Lager. Am darauffolgenden Samstag stand schließlich der Gipfeltag an. Das erste Ziel war,
wie bei fast allen Hüttenbesuchern, das Sustenhorn. Trotz der spürbaren Höhenluft kamen wir gut
voran und erreichten nach knapp drei Stunden den 3502 m hohen Gipfel. Nachdem die
nahegelegenen Gipfel der Berner Hochalpen bestimmt und sämtliche Gipfelfotos geschossen waren,
ging es an die, zugegebenermaßen relativ ruppige Abfahrt hinab in das Gletscherplateau. Auf die
sonnige Mittagspause folgte dann als Zugabe der zweite Gipfel des Tages: das mit 3404 m nicht
minder beeindruckende Gwächtenhorn. Glücklicherweise hat der Wind in der Ostflanke deutlich
weniger gearbeitet und so kamen wir doch noch zu den erhofften Abfahrtsfreuden.
Der anschließende Kuchen mit einer ordentlichen Portion Rahm war somit redlich verdient. Die
später servierten Älplermagronen sorgten wiederum für genug Energie für den letzten Tourentag.
Dieser führte uns auf den Mittler Tierberg (3309 m): eine schöne Skitour ohne große Flachstücke. Der
von der Hüttenterrasse bestens einsehbare direkte Nordhang konservierte den Pulverschnee sehr
gut und brachte damit die besten Schwünge des Wochenendes.
Im Anschluss wurde nochmal der Vorder Tierberg mitgenommen ehe die finale Abfahrt zurück zum
Ausgangspunkt anstand. Mit glücklichen und teilweise von der Sonne gezeichneten Gesichtern
machten wir uns schließlich wieder auf den Heimweg.